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„Was von uns bleibt“ – Sechs Frauen aus Kreuzberg erzählten vom Leben, Erinnern und Loslassen
06.05.26Am 23. April öffneten sich ab 18 Uhr die Türen des ehemaligen CLB im Aufbau Haus am Moritzplatz für die Ausstellungseröffnung des besonderen Foto- und Videoprojekts „Was von uns bleibt“ von Sophia Emmerich und Susi Hape.
Die Berliner Fotografin und Filmemacherin Sophia Emmerich, die sich mit ihrer Arbeit für die Sichtbarkeit und Repräsentanz der LGBTQIA* Community einsetzt und bereits mehrfach ausgezeichnet wurde, hatte gemeinsam mit Sozialarbeiterin Susi Hape das Projekt ins Leben gerufen. Susi Hape ist Projektleiterin unseres Projekts „Gitti & Gerda – Kreuzberger Omas on Tour“ und engagiert sich seit Jahren für die Sichtbarkeit älterer Menschen in der Stadtgesellschaft.
Im Mittelpunkt des Projekts standen sechs Frauen aus Berlin-Kreuzberg:
Brigitte Alizadeh, Edith Zick, Christa Jörns-Keller, Karin Küster, Sibylle d’Aprile und Gerhild N. Sophia und Susi wollten nicht nur die Geschichten dieser sechs Frauen bewahren, sondern auch zeigen, wie bereichernd es ist, den oft unsichtbaren Erfahrungen älterer Menschen Raum zu geben – und dabei Besucher:innen zum Zuhören und Weitererzählen anregen.
In Fotografien und persönlichen Zitaten erzählten sie von Liebe, Verlust, Mut und den Momenten, die ihr Leben geprägt hatten. Ihre Geschichten wirkten individuell und gleichzeitig universell. Denn sie erinnerten daran, dass wir alle älter werden und irgendwann die Frage bleibt:
Was bleibt von uns, wenn wir nicht mehr sind?
Die Ausstellung zeigte eindrucksvoll, dass Erinnerungen oft in Begegnungen, Geschichten und gemeinsamen Momenten weiterleben.
Neben den Fotografien wurde ein etwa 20-minütiger Film gezeigt, der die Gedanken und Gefühle der sechs Frauen einfing. Der Film war emotional, ehrlich und gleichzeitig voller Humor. Es wurde gelacht, nachgedacht und an manchen Stellen auch geweint.
„Was von uns bleibt“ dokumentierte Erinnerungen, bevor sie verschwinden konnten. Denn Geschichten sterben nicht mit Menschen — sie verschwinden erst dann, wenn sie niemand mehr erzählt.
Gerade deshalb machte das Projekt deutlich, wie wichtig Sichtbarkeit für ältere Menschen ist. Die Ausstellung gab Erfahrungen, Lebensgeschichten und Perspektiven Raum, die im Alltag oft zu wenig gehört werden.
Die Besucher:innen – die selber aus sehr unterschiedlichen Altersgruppen waren – erwarteten Geschichten über Vergänglichkeit, gelebte Momente und darüber, was es bedeutete, im Hier und Jetzt zu sein.
Zu sehen waren eindrucksvolle Fotografien sowie ein begleitender Film — als Versuch, etwas festzuhalten, das bleibt: im Herzen, in der Erinnerung und in den Geschichten, die weitererzählt werden.
Zum Schluss bleibt vor allem eines: Dankbarkeit.
Die bewegenden Geschichten, persönlichen Erinnerungen und emotionalen Begegnungen waren impulsgebend für die Besucher:innen. In den Tagen nach der Ausstellung bekamen wir Anfragen von Menschen, die von der Ausstellung so berührt waren, dass sie sich bei unserem Verein für die Lebensqualität und Sichtbarkeit von älteren Menschen freiwillig engagieren möchten.
Ein großes Dankeschön geht an Popeia — ohne ihre Spende wäre die Umsetzung dieses Projekts nicht möglich gewesen. Ebenso danken wir dem Aufbau Haus und ALLEN fleißigen Helfer:innen, die dieses Herzensprojekt unterstützt und begleitet haben.
Ein ganz besonderer Dank gilt dem gesamten Senior:innen-Team, für die Unterstützung, die Offenheit und die gemeinsame Zeit. Ohne euch wäre „Was von uns bleibt“ nicht das geworden, was es war.
Fotos: Max Jack