Mit Ihrer Unterstützung können wir noch mehr tun!

spenden .

Blog

Jugendarbeit als Sprungbrett: Von Teilnehmenden zu Fachkräften

06.05.26

Jugendarbeit ist mehr als Freizeit – sie eröffnet jungen Menschen echte Perspektiven. Niedrigschwellige Angebote schaffen Räume für Entwicklung, Vertrauen und erste berufliche Orientierung.

Ein starkes Beispiel ist unser Projekt Kreuzberg kickt, das in diesem Jahr sein 15-jähriges Bestehen feiert. Seit vielen Jahren begleitet das Projekt Jugendliche und eröffnet Wege – manchmal bis in den Beruf.

Vom Teilnehmenden zu Mitarbeitenden

Was Jugendarbeit besonders macht, sind Beziehungen. Aus Vertrauen entsteht Orientierung – und nicht selten der Wunsch, selbst in diesem Bereich zu arbeiten.

Ein zentraler Bestandteil ist dabei der Peer-to-Peer-Ansatz: Ehemalige Teilnehmende geben ihre Erfahrungen weiter und werden selbst zu wichtigen Bezugspersonen. Dadurch entsteht ein besonders authentischer Zugang, der neu dazugekommene Jugendliche oft auf Augenhöhe erreicht.

Ich habe von Kreuzberg kickt von einem Freund erfahren. Wir waren regelmäßige Teilnehmer. Immer mehr bekamen wir Verantwortung. Zunächst als Honorarkraft und jetzt mache ich meine Erzieherausbildung im Mehrgenerationenhaus!„, erzählt Hill.

Auch Davud beschreibt seinen Weg so:

Ich war in der 8. Klasse, als ich das erste Mal an den Turnieren teilgenommen habe.  Ich lebe in Kreuzberg und habe von dem Angebot erfahren, als Murat an der Albrecht von Graefe Schule die  Fußball AG geleitet hat. Über mehrere Jahre war ich Teilnehmer. Letztes Jahr im Sommer habe ich mein Pflichtpraktikum im Mehrgenerationenhaus gemacht, da ich jetzt Soziale Arbeit studiere.

Solche Wege sind kein Zufall. Viele ehemalige Teilnehmende kommen zurück – als Praktikant:innen, im FSJ oder in der Ausbildung.

Praktika, FSJ und neue Perspektiven

Praktika und das Freiwillige Soziale Jahr bieten wichtige Einblicke: Jugendliche übernehmen Verantwortung und entdecken ihre Stärken.

Im FSJ habe ich gemerkt, dass ich gut mit Kindern arbeiten kann – das hat meine Berufswahl komplett verändert. Ich lebe hier im Kiez und bin schon als Kind nach der Grundschule immer ins Mehrgenerationenhaus gekommen“, erzählt Emir.

Auch die Zusammenarbeit mit der Jugendgerichtshilfe eröffnet Chancen: Jugendliche erhalten Einblicke in pädagogische Arbeit und reflektieren ihre eigene Situation in einem unterstützenden Rahmen.

Hier habe ich gelernt, mein Verhalten zu hinterfragen und neue Wege für mich zu sehen. Nach dem Ableisten meiner Sozialstunden habe ich ein freiwilliges Praktikum gemacht und möchte jetzt eine Ausbildung zum Sozialassistenten beginnen“, berichtet Ahmad.

Jugendarbeit wirkt

Projekte wie Kreuzberg kickt zeigen, wie aus Teilnehmenden Fachkräfte werden können. Sie bringen Motivation, Erfahrung und einen besonderen Zugang zur Zielgruppe mit – insbesondere durch den Peer-to-Peer-Ansatz.

Fazit

Jugendarbeit ist eine konkrete Investition in die Zukunft. 15 Jahre Engagement stehen für unzählige persönliche Entwicklungen – und für echte Chancen, die bleiben.

Ein Beitrag von Murat Akkas