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Von der Kiezreporterin: Liebevoll gekochtes Essen als Ankerpunkt für Begegnung im Kiez

02.04.26

Zweimal in der Woche wird es im Mehrgenerationenhaus Wassertor besonders lebendig und duftet gut: Beim gemeinsamen Mittagessen kommen Nachbar:innen aus dem Kiez zusammen, um für 2 € eine warme Mahlzeit zu genießen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Schon beim Ankommen zeigt sich, was das Angebot so wertvoll macht: Die Besucher:innen werden freundlich empfangen, man kennt sich, fragt nach dem Befinden und findet schnell Anschluss. Eine Nachbarin beschreibt es so: „In Gesellschaft fällt es mir viel leichter zu essen – alleine würde ich mir oft gar nichts kochen.“ Dies deutet darauf hin, wie Einsamkeit sowohl die seelische als auch die körperliche Gesundheit beeinflussen kann.

In ungezwungener Atmosphäre entstehen Begegnungen, die über den Moment hinaus wirken. Für viele wird das Mittagessen so zu einem Ankerpunkt, von dem aus sie auch andere Aktivitäten im Haus entdecken „Man sieht dann bekannte Gesichter wieder und kommt schneller ins Gespräch.“, erzählt eine weitere Nachbarin.

Das gemeinsame Essen kann ein wichtiger Türöffner sein: Menschen lernen das Haus und das Team kennen und finden einen niedrigschwelligen Zugang zu weiteren Unterstützungsangeboten.

Das Herz des Mittagessens ist die Küche: Emel, die Köchin, entwickelt jede Woche neue Gerichte auf Basis von Lebensmittelspenden der Berliner Tafel.

Ergänzt durch weitere Zutaten, oft eingekauft bei kleinen lokalen Händler:innen im Kiez, entstehen abwechslungsreiche Mahlzeiten, die mit viel Erfahrung und spürbarer Sorgfalt zubereitet werden. So wurden bespielsweise für eine Tomatensuppe die Tomaten am Vortag per Hand geschält. Gleichzeitig leistet das Angebot einen wichtigen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung, indem gerettete Lebensmittel sinnvoll weiterverarbeitet und für viele Menschen zugänglich gemacht werden.

Neben Begegnung spielt auch Entlastung eine große Rolle: Das günstige, gesunde Essen unterstützt Menschen mit wenig Einkommen und gibt vielen eine feste Struktur im Alltag – ein Termin, auf den man sich freuen kann.

Das Mittagessen zeigt, wie niedrigschwellige Angebote wirken können: Es bringt Menschen zusammen, schafft Austausch und stärkt den Zusammenhalt im Kiez – ganz alltäglich und doch von großer Bedeutung.

Mittagessen für Alle im Mehrgenerationenhaus: dienstags und donnerstags 13:00 – 14:00 (€2 Selbstkostenbeitrag, Kinder essen umsonst)

Franziska Feeser ist Nachbarin und regelmäßige Besucherin des Mehrgenerationenhaus Wassertor. Sie geht gerne ins Gespräch mit anderen Besucher:innen des Hauses und schreibt als freiwillig Engagierte Artikel über was sie hier erlebt. 

Ein Beitrag von Franziska Feeser (ehrenamtliche Kiezreporterin)