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Starke Frauen*, Starker Kiez: Ein Ort der Begegnung, des Austauschs und der Selbstbestimmung
26.05.26Im Wassertorkiez entsteht seit Anfang dieses Jahres das Projekt Starke Frauen*, Starker Kiez: ein Projekt, das Frauen* nicht nur einen Raum gibt, sondern ihnen die Möglichkeit bietet, sich weiterzubilden, zu vernetzen, Unterstützung zu erfahren und gemeinsam zu wachsen. „Starke Frauen* – Starker Kiez“ ist ein Angebot, das Teilhabe aktiv gestaltet und intersektionale Perspektiven in den Mittelpunkt stellt. Denn Gleichberechtigung beginnt, wo Frauen* sich sicher fühlen, ihre Bedürfnisse zu äußern und Zugang zu Ressourcen haben, die ihnen oft verwehrt bleiben.
Das erste Projektjahr steht dabei unter dem Motto „Mentale und körperliche Gesundheit“. Ein Fokus, der bewusst gewählt wurde, denn Gesundheit ist kein Luxus, sondern ein Grundrecht – und für viele Frauen* alles andere als selbstverständlich. Ob durch Sorgearbeit, finanzielle Abhängigkeiten, rassistische oder klassistische Diskriminierungserfahrungen: Die psychische und physische Belastung ist für viele allgegenwärtig. Hier setzt das Projekt an und schafft Räume, in denen Frauen* sich nicht nur erholen, sondern auch empowern können.
Gemeinsam statt allein: Vernetzung und Austausch
Ein zentraler Baustein des Projekts ist der eigene Raum für Austausch und Begegnung. Im offenen wöchentlichen Frauen*treff Raum für dich, Zeit für uns kommen unsere Besucherinnen* zusammen, um sich über ihre Lebensrealitäten auszutauschen, erlernte Narrative zu hinterfragen und neue Perspektiven zu entwickeln. In Gesprächsrunden und kleinen Workshops geht es um Gemeinsamkeiten und Unterschiede, um Stärken und um das, was uns verbindet – jenseits von gesellschaftlichen Erwartungen und Rollenbildern. Alles passiert ohne Drang: Teilnehmerinnen* dürfen selbst entscheiden, worauf sie Lust haben und womit sie sich auseinandersetzen wollen. Manchmal reicht es auch, mit Tee und wohltuender Gesichtsmaske beisammen zu sein oder Stadtnatur nochmal anders zu erleben, wie beispielsweise mit den Naturbegleiter*innen von Stiftung Naturschutz, mit denen wir auch kooperieren.
„Es ist wirklich wunderbar, dass ich diesen Ort gefunden habe und mit so vielen unterschiedlichen Frauen* ins Gespräch kommen kann“
– Besucherin des wöchentlichen offenen Frauen*-Treffs
Doch nicht nur hier wird sich ausgetauscht. Projektleitung Anna Anger ist stetig im Gespräch mit Kreuzberger und Berliner Ämtern, Organisationen und Kollektiven, um über aktuelle Entwicklungen rund um Themen wie Gleichberechtigung, Gewaltprävention und Diskriminierung zu sprechen. So können unsere Angebote weiterentwickelt und passgenaue Verweise bei Anliegen und Bedürfnissen erreicht werden, die durch das Projekt Starke Frauen*, Starker Kiez nicht abgedeckt werden können.
Bewegung als Akt der Selbstfürsorge und des Empowerments
Ein besonderes Highlight der letzten Monate war der Fahrradkurs für Frauen*, der von April bis Juli wöchentlich von Projektleiterin Anna Anger durchgeführt wird. Dank der Zusammenarbeit mit der Verkehrsschule am Wassertorplatz und Kidbike e.V. sowie durch die Unterstützung von drei engagierten Ehrenamtlichen können die Teilnehmerinnen* in einem sicheren Umfeld Fahrradfahren lernen oder ihre Freude daran wiederentdecken. Für viele bedeutet das ein großes Stück mehr Mobilität und Unabhängigkeit im Alltag. Gleichzeitig schafft der Kurs Verbindungen: Frauen* unterschiedlichen Alters, mit verschiedenen Sprachen und Hintergründen lernen voneinander, lachen miteinander und erleben, wie empowernd es ist, etwas Neues zu wagen. Das gemeinsame Radfahren wird so zu einem Symbol für Mobilität, Leichtigkeit und Gemeinschaft.
Dank finanzieller Unterstützung der HOWOGE gibt es seit Mai außerdem einen wöchentlichen Fitnesskurs im Tanzraum des Mehrgenerationenhaus Wassertor. Viele der Frauen* tragen im Alltag die Last der Sorgearbeit – sie kümmern sich um Kinder, Haushalt, Einkäufe und oft auch um Angehörige. Die körperlichen Folgen sind spürbar: Muskel- und Rückenschmerzen sind keine Seltenheit. Der Kurs bietet eine kleine Auszeit vom Alltagsstress, bietet Erholung und stärkt die Resilienz. Und gemeinsam macht es gleich doppelt so viel Spaß!
Was folgt daraus?
Nach knapp sechs Monaten kann Starke Frauen*, Starker Kiez bereits auf viele Erfolge zurückblicken. Aufgrund des Projekts wurden Räume geschaffen, in denen Frauen* sich begegnen, austauschen und gegenseitig empowern können. Es hat gezeigt, dass geschlechtsspezifische und intersektionale Angebote für Frauen* eine Möglichkeit bieten, Orte zu schaffen, in denen sich Frauen* wohler fühlen, gezielt Empowerment erfahren und in denen sie ihre Teilhabe aktiv mitgestalten können.
Das Projekt ist noch nicht am Ziel, es gibt noch einiges zu tun, um Teilhabe für Frauen* unabhängig von Alter, Herkunft, sexueller Orientierung, finanziellen Mitteln, Sprache etc. zu verbessern. Veränderung beginnt im Kleinen und die ersten Monate haben gezeigt, dass mit kleinen Schritten bereits eindrucksvolle Wirkungen entstehen.
*Mit dem Begriff “Frauen*” schließen wir alle Menschen ein, die sich als Frau verstehen oder weiblich gelesen werden.