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Das Mobile Stadtteilarbeit-Team beim Spaziergang-Aktion „Ge(h)meinsam gegen einsam!“
09.06.26„Ge(h)meinsam gegen einsam!“ – unter diesem Motto beteiligte sich das Team der Mobilen Stadtteilarbeit im Wassertor-Kiez auch dieses Jahr an dem Spaziergangsaktionstag des Gesundheitsamtes Friedrichshain-Kreuzberg.
Nicht nur aus Sicht der Stadtteilarbeit wird das Thema Einsamkeit zunehmend aus einer mehrgenerationellen Perspektive diskutiert und beleuchtet.
Insbesondere aus der Perspektive der Sozialen Arbeit, die sich der Einsamkeit als sozialer Problemlage bislang nur marginal gewidmet hat, ist dies hinsichtlich der multiplen bio-psychosozialen Folgen des Phänomens allerhöchste Zeit! (Noack Napoles & Noack, 2022) Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Förderung des sozialen Zusammenhalts gemäß internationaler Definition zu den wesentlichen Zielen der Profession gehört (IFSW & IASSW, 2014).
Die besonderen Potenziale der Mobilen Stadtteilarbeit im Zusammenhang mit der Bekämpfung von und der Prävention vor Vereinsamung liegen vor allem in ihrer Geh-Struktur: Die Angebote finden direkt in der Lebenswelt der Nachbar:innen statt und begleiten diese auf Wunsch und bei Bedarf in bestehende formelle oder informelle Begegnungsangebote. Aktionen wie die Spaziergangstage des Bezirksamtes sind ideale Formate, um die Anliegen der Mobilen Stadtteilarbeit in einem kooperativen Rahmen in die Nachbarschaft zu tragen. Gerade über ein so niederschwelliges und zugängliches Format wie Spaziergänge kann neben der Stärkung der Beinmuskeln vor allem auch die Förderung sozialer Inklusion und das Schaffen von Zugehörigkeitsgefühlen bewirkt werden. Ob mit oder ohne Sozialarbeitende: Denn nicht nur das Gesundheitsamt und die Mobile Stadtteilarbeit haben das Interesse und vor allem den Bedarf an Stadtspaziergängen erkannt.
Besonders inspiriert fühlt sich Marie, Sozialarbeiterin in unserem Mobilen Stadtteilarbeit-Team, von dem Musikmanager und Spätibesitzer Allan Anders (RBB), der einen Spazierclub gegründet hat und seine Initiative folgendermaßen begründet:
„Ich glaube, viele Leute haben Schiss, zu einem Running Club zu gehen, weil sie sich nicht trauen … Eigentlich haben sie Bock, neue Leute kennenzulernen.“
Bereits an den ersten Treffen seines Spazierclubs nahmen über hundert Gehbegeisterte teil.
Der von uns veranstaltete Spaziergang am 20. Mai im Rahmen der Aktionstage gestaltete sich hingegen ganz anders als geplant: Zwar erschienen einige Nachbar:innen am Treffpunkt, beschlossen aber dann aufgrund der Wetterlage, dass sie es schöner fänden, es sich im Café des Mehrgenerationenhauses gemütlich zu machen.
Bei Tee, Kaffee und Keksen tauschten wir uns darüber aus, was uns Hoffnung macht und Kraft gibt. Ganz im Sinne des Spazierclub-Initiators Allan Anders wurden neue Kontakte geknüpft sowie Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede ausgetauscht und besprochen.
Eine der regelmäßigen Besucher:innen der Angebote unseres Vereins betont die Bedeutung von sozialarbeiterischen, -kulturellen Angeboten in ihrer Nachbarschaft für ihr Wohlbefinden und ein Gefühl von Zusammengehörigkeit:
“Wenn ich zuhause bin, kreisen meine Gedanken und oft denke ich nur über Probleme nach. An Orten wie dem MGH-Wassertor und dem Familiengarten von Kotti e.V. treffe ich mich mit meinen Freundinnen, lerne neue Menschen kennen und erhalte Hilfe in der Not.”
Ganz besonders haben wir uns über den Besuch von Jörg Weller gefreut. Er hat den Anwesenden das Angebot der Berliner Hausbesuche der Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege und der Malteser vorgestellt, das sich an Berliner:innen ab dem 70. Lebensjahr richtet. Bei Bedarf wird in einem selbstverständlich kostenlosen persönlichen Gespräch über Präventions-, Beratungs- und Unterstützungsangebote im jeweiligen Kiez informiert.
Gemeinsame Aktionen gegen Einsamkeit und für mehr soziale Teilhabe sind wesentlicher Bestandteil der Angebote der Mobilen Stadtteilarbeit. Mindestens einmal im Jahr planen wir themenbezogene Kiez-Spaziergänge, um Menschen mit ihrem Wohnort zu verbinden und Gelegenheiten für mehr Begegnung zu schaffen.
Mehr Informationen zum Projekt findet ihr auf unserer Seite Mobile Stadtteilarbeit.