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Gemeinsam im Grün – durch Gärtnern Begegnung fördern

05.08.25

Wie können Nachbarschaftsgärten zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen? Und welche Rolle spielen solche Orte für Begegnung und Austausch? Seit einem Jahr begleitet das Team der Mobilen Stadtteilarbeit eine wachsende Gartengruppe im Nachbarschaftsgarten des Mehrgenerationenhauses Wassertor (MGH). In diesem Sommer hat die Gruppe gemeinsam beschlossen, die bereits vorhandenen Hochbeete sowie den Garten insgesamt neu zu bepflanzen und mit zahlreichen neuen Pflanzen und Gartenutensilien auszustatten.

Zu diesem Zweck trafen sich an mehreren Terminen – insbesondere zur feierlichen Einweihung der Gartenaußenküche am 6. Juni 2025 – Mitglieder der Gartengruppe, interessierte Nachbar:innen, Engagierte sowie Freund:innen des Mehrgenerationenhauses zur gemeinsamen Gartenarbeit und anschließendem, gemeinsam zubereiteten Abendessen.

Wie ist die Gartengruppe entstanden?

Die Gartengruppe wurde initiiert und wird seitdem vom Team der Mobilen Stadtteilarbeit (Faith und Marie) begleitet. Sie entstand aus Bedarfsanalysen im Sozialraum Wassertor.

Die Aufgabe der Mobilen Stadtteilarbeit ist es unter anderem, öffentliche Begegnungsanlässe zu schaffen und nachhaltige Strukturen aufzubauen, die den nachbarschaftlichen Austausch – und damit auch den Zusammenhalt im Kiez – fördern.

Da der nicht-kommerzielle, gemeinschaftlich nutzbare Raum im innerstädtischen Raum – besonders im Wassertor-Kiez – stark begrenzt ist, sind auch die Möglichkeiten gelebter Demokratie eingeschränkt. Der Wunsch nach Vernetzung sowie nach vielfältig nutzbaren, qualitativ hochwertigen Grün- und Außenflächen spiegelt sich sowohl in wissenschaftlichen Erkenntnissen und aktuellen Diskursen über Verteilung und Zugänglichkeit von Orten als auch in den Aussagen der lokalen Nachbarschaft wider.

Im Rahmen der Mobilen Stadtteilarbeit wird durch sogenannte aktivierende Befragungen – bei öffentlichen Veranstaltungen, Tür-zu-Tür-Aktionen oder an mobilen Standorten – „das Ohr auf die Straße gelegt“. Immer wieder berichten Menschen dabei von Einsamkeit und dem Wunsch nach Austauschmöglichkeiten – aber auch von der mangelhaften Qualität und Sicherheit öffentlicher Orte.

Positiv hervorgehoben werden deshalb Naherholungsorte wie der im letzten Jahr eröffnete Lobeckpark oder die neu fertiggestellte Calisthenics-Anlage (Sportanlage) im unmittelbaren Umfeld des Parks.

Und auch der Garten des Mehrgenerationenhauses trägt – aus Sicht vieler Anwohner:innen – zur Steigerung der Wohnqualität im Kiez bei.

Viele Menschen haben weder Balkon noch eigenen Garten. Die Möglichkeit, den Gemeinschaftsgarten zu nutzen, wird deshalb sehr geschätzt:

„Es ist wirklich wunderschön hier. Wenn ich hierherkomme, schaltet sich mein Kopf ab. Die stressigen Stimmen sind leise. Außerdem treffe ich hier nette andere Menschen. Die Lebendigkeit tut mir gut.“

Nachbarin im Garten

Neben der Möglichkeit, ein eigenes Beet zu pflegen, gibt es gemeinschaftliche Anbauflächen, die bei regelmäßig stattfindenden Aktionen gemeinsam bewirtschaftet werden.

Dank der Initiative der Nachbar:innen und der finanziellen Unterstützung durch das Quartiersmanagement konnten gemeinsam mit zahlreichen lokalen Expert:innen die Voraussetzungen für den Aufbau und die Pflege einer kleinen grünen Oase weiterentwickelt werden.

Die Bedeutung biodiverser Grünanlagen für die lokale Umwelt ist in Zeiten der Klimakrise nicht zu unterschätzen. Stadtforschung zeigt deutlich, wie wichtig Gärten und andere entsiegelte Flächen für die öffentliche Gesundheit sind.

Der Unterschied in der Aufenthaltsqualität – zum Beispiel zwischen der Straße vor dem MGH und dem Garten – ist besonders an heißen Sommertagen unmittelbar spür- und erlebbar.

Am 6. Juni wurden neben dem gemeinsamen Kochen auch die neu erworbene Gartenausstattung sowie zahlreiche Samen, Stauden und Nutzpflanzen verteilt. Die Mittel dafür kamen aus dem Aktionsfonds des Quartiersmanagements Wassertor. Über ihren Einsatz entschied die von Nachbar:innen besetzte Aktionsfonds-Jury. Den entsprechenden Antrag hatten die Gartengruppe und die Mobile Stadtteilarbeit gemeinsam gestellt.

So konnten die neu angeschafften Materialien direkt an den Bedürfnissen der Nachbarschaft ausgerichtet werden.

Nun sind fast zwei Monate vergangen – und die damals gepflanzten Samen und Sträucher tragen bereits die Früchte der gemeinsamen Arbeit.

Sei es, dass das Beet der Nachbarin an heißen Tagen mitgegossen wird, oder dass ein lebendiger Austausch über die angebauten Pflanzen trotz sprachlicher Barrieren zustande kommt – fest steht: Der Garten entfaltet seine gemeinschaftliche Kraft. Und selbst angebautes Essen schmeckt eben doch am besten!

Mach mit!

Wenn du Lust auf Austausch, gemeinsames Gärtnern, Kochen oder einfach Entspannen im Grünen hast, dann komm gerne zu den Öffnungszeiten des MGH vorbei oder besuche eines der zweimal monatlich stattfindenden Gartentreffen!

Ein Beitrag von Marie Gauger