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Die Mobile Stadtteilarbeit wurde gerettet!

23.02.26

Seit Ende 2024, als der Berliner Senat Kürzungen im sozialen Bereich ankündigte, waren unsere Arbeit und unsere Standorte von großer Planungsunsicherheit geprägt. Die Sorge um den möglichen Verlust langjähriger Beziehungen zu Nachbar:innen sowie die wahrgenommene Ungleichverteilung von Ressourcen haben uns als Verein stark beschäftigt. Gemeinsam waren wir auf mehreren Demonstrationen präsent, haben in unseren Social-Media-Kanälen Aufmerksamkeit für das Thema geschaffen und uns – zusammen mit Berliner Kolleg:innen der Sozialen Arbeit und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband LV Berlin e.V. – dafür eingesetzt, dass wichtige soziale Strukturen erhalten bleiben.

Erfreulicherweise können wir berichten, dass am 18. Dezember 2025 die Entscheidung getroffen wurde, die Mobile Stadtteilarbeit – anders als am Anfang 2025 erwartet – berlinweit für zwei weitere Jahre zu fördern (siehe Band 11 des Berliner Haushaltplans hier). Diese Entwicklung bedeutet für unseren Verein, dass die Stellen drei unserer Mitarbeitenden gerettet werden konnten. Erstmal kehrt ein bisschen Ruhe wieder ein: Pläne für 2026 können nun geschmiedet werden, die bedarfsorientierte Angebotsentwicklung kann weiter gehen und vor allem müssen unsere Besucher:innen sich erstmal keine Sorgen über das Wegfallen von Angeboten machen, die ihnen Orientierung und Gemeinschaft ermöglichen.

Allerdings sind viele andere Projekte der Sozialen Arbeit von harten Kürzungen betroffen: in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Geflüchtetenhilfe, in der Gewaltprävention, im Bereich der Antidiskriminierungsarbeit. Nachbar:innen, die sonst an anderen Orten Hilfe und Unterstützung bekamen, werden nun an anderen Strukturen verwiesen. Hinzu kommen auch die politischen Entwicklungen rund um die Abwicklung der Bürgergeldreform (siehe Stellungnahme des Paritätischen hier), die Schärfungen in der Migrationspolitik der CDU sowie die weiterhin schwierige Lage auf dem Berliner Wohn- und Arbeitsmarkt.

Unsere Nachbar:innen stehen unter Druck. Da Stadtteilzentren eine zentrale Anlaufstelle für Menschen aus diversen sozioökonomischen Hintergründen sind, werden die Kürzungen an anderen Stellen in Berlin unsere Arbeit in den kommenden Jahren stark beeinflussen. Vor allem in der Sozialberatung stehen unsere Mitarbeitende schon vielen Herausforderungen und merken, dass die Problemlagen unserer Besucher:innen immer komplexer und bedrängender werden.

Trotz dieser besorgniserregenden Entwicklungen bleibt unser Team positiv und versucht weiterhin genau da anzusetzen, wo wir eine Wirkung erzielen können: bei der Gestaltung von interkulturellen, generationsübergreifenden Begegnungsmöglichkeiten, bei dem Aufbau und Pflege von ressourcenbündelnden Partnerschaften mit Akteur:innen aus Kreuzberg und bei der Schaffung von Momenten der Freude, die unseren Nachbar:innen Kraft schenken und für mehr Zusammenhalt im Kiez sorgen.

Und so starteten wir ins Jahr 2026 – mit Vorfreude auf KiezKaraoke, Tischtennis und gemütliche Runden an der Feuerschale. Gleichzeitig blicken wir gespannt auf den Beginn neuer Angebote für Frauen* an unseren beiden Standorten. Denn viele Berliner Frauenprojekte sind von den aktuellen Kürzungen hart betroffen, und auch wir spüren den wachsenden Bedarf an geschlechtsspezifischen Räumen und Aktivitäten.

Die kommenden Jahre werden mit Sicherheit viele Herausforderungen mit sich bringen – sowohl politisch als auch finanziell. Wir können nur hoffen, dass die Förderstrukturen, die eine bedarfsorientierte Stadtteilarbeit in Berlin möglich machen, langfristig und nachhaltig ausgebaut werden, sodass nicht alle zwei Jahre erneut gekämpft werden muss.

An dieser Stelle möchten wir ein großes Dankeschön an alle Freiwilligen, Akteur:innen und Besucher:innen unserer Standorte richten, die sich gemeinsam mit uns für den Erhalt der Mobile Stadtteilarbeit eingesetzt haben. Eure Unterstützung und Kraft bedeutet uns ganz viel!

Bild: Unser Team bei der Demonstration gegen Kürzungen vor dem Berliner Abgeordnetenhaus, zusammen mit Bezirksbürgermeisterin Clara Herrmann – 11.09.2025

 

 

Ein Beitrag von Zahra Peasey