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Durch Picknicken im Park Zusammenhalt fördern

02.10.25

Seit einiger Zeit beschäftigen wir uns mit der Frage “Wie können wir den sozialen Zusammenhalt im Kiez – trotz der aktuellen schwierigen wirtschaftlichen Lage – stärken?” Uns ist bewusst, dass manche Nachbar:innen aus unserem Gebiet oft mehrfach belastet sind – sei es durch Herausforderungen auf dem Wohn- und Arbeitsmarkt, durch Kürzungen im Berliner Haushalt oder wegen steigenden Ängsten aufgrund der aktuellen Migrationspolitik. Anlässlich der Berliner Demokratietage im September, hat unser Mobile Stadtteilarbeit-Team die Gelegenheit ergriffen, gemeinsam mit einer lokalen Kreuzberger Gemeinschaftsunterkunft ein „Solidarisches Picknick“ im Waldeckpark zu veranstalten. 

Ein zentrales Ziel unserer Arbeit ist es, neuen und “alteingesessenen” Nachbar:innen zusammen zu bringen und sie so miteinander zu vernetzen, dass sie ein Verständnis für die unterschiedlichen Lebensrealitäten im Kiez entwickeln und – im besten Falle – sich gegenseitig unterstützen. Sichtbare Veranstaltungen im öffentlichen Raum schaffen Bewusstsein für ein Thema und ermöglichen außerdem oft einen Erstkontakt zu Anwohner:innen, welche die Angebote unserer Standorte und anderen lokalen sozialen Einrichtungen noch nicht kennen. Bei Bedarf kann gegebenenfalls direkt in eigene Angebote oder an lokale Kooperationspartner:innen verwiesen werden. 

Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit engagierten Nachbar:innen geplant, vorbereitet und umgesetzt. Vor dem offiziellen Beginn, wurden Picknickdecken, -Tische und -Stühle gemeinsam geschleppt und aufgebaut, Blumensträuße, bestückt mit Sonnenblumen aus dem Nachbarschaftsgarten des Mehrgenerationenhaus zur Deko platziert und eine kleine Picknick-Tafel liebevoll aufgebaut.

Neben den von uns mitgebrachten Snacks und Getränken, brachten einige Nachbar:innen liebevoll vorbereitete Köstlichkeiten mit. Bei selbstgemachten Apfelkuchen, Bulgursalat und diversen süßen und salzigen Leckereien wurde sich nicht nur über die Rezepte ausgetauscht:
Wie lange leben Sie schon hier?“, „Wie war der Kiez früher?“, „Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als die Bona Peiser noch eine Bibliothek war?“ Über diese und weitere Themen wurden in angeregten Gesprächen sich ausgetauscht und Verbindungen verknüpft.

Neben den Gesprächen kam es noch zur einer spontanen musikalischen Gesangseinlage: Einer der Picknick-Besucher offenbarte sich als professioneller Sänger und beglückte die überraschte und teilweise mitsingende Picknick-Gruppe mit mehreren ergreifenden Songs.

Für uns als Team der Mobilen Stadtteilarbeit stellt das „Solidarische Picknick“ ein kleines spätsommerliches Highlight dar. In der Reflektion der Veranstaltung haben wir uns besonders darüber gefreut, dass wir neben der gemeinsamen Freude und Genießen der Speisen, Musik und Gemeinschaft auch direkt mit Rat unterstützen konnten. Doch auch ohne Input fand Vernetzung und Informationsvermittlung unter den Nachbar:innen statt. So tauschten sich beispielsweise mehrere, erst kürzlich in Berlin lebenden Menschen zu möglichen Ausbildungen und Optionen der beruflichen Weiterqualifizierung und über Tipps bei der großen Herausforderung „Wohnungssuche in Berlin“ aus.

Kiezbewohner:innen und Engagierte, die wir im Anschluss an das Picknick auf der Straße oder im Rahmen anderer Angebote des Vereins trafen, bestätigten uns in der Wahrnehmung, dass das Picknick als ein sehr positives gemeinschaftliches Event in Erinnerung bleiben und spätestens im Frühling wiederholt werden sollte. Für uns bleibt die Stärkung von Solidarität und Zusammenhalt im Kiez ein zentraler Teil unserer Arbeit. In der Zwischenzeit hoffen wir einige der Besucher:innen und natürlich auch ganz neue Gesichter bei anderen Angebote der Mobilen Stadtteilarbeit zu begrüßen (z.B. Feuer und Flamme, Hobby-Werkstatt, Sprach- und Kiezcafé usw.) wiederzusehen.

Mehr Informationen zu der Mobilen Stadtteilarbeit hier
 

Ein Beitrag von Marie Gauger