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Zwischen Mooskissen, Steinchen und Stöckchen kleine Wunder entdecken

31.10.25

Das Team der Mobilen Stadtteilarbeit orientiert sich in der Gestaltung der Angebote an den Bedürfnissen, die uns die Nachbar:innen im Rahmen unserer aufsuchenden Arbeit oder in bestehenden Formaten mitteilen. Vielfach wurde an uns herangetragen:
Raus aus dem Alltag, rein in die Natur! In der Befragung zu den Bedürfnissen unserer Nutzer:innen war ein Ausflug ins Grüne ein vielgeäußerter Wunsch.

An einem regnerischen Tag Ende Oktober machten wir uns auf den Weg, um die Welt der Pilze zu ergründen. Dies war für eine Gruppe von Nachbar:innen aus dem Kiez eine besondere Gelegenheit, den eigenen Bewegungsradius zu erweitern und gemeinsam Zeit in der Natur zu verbringen. Abseits vom Alltagstrott und den Reizen der Großstadt konnten wir innehalten, achtsam durch den Wald gehen, die Natur mit allen Sinnen wahrnehmen und dabei selbst auf Entdeckungstour gehen: Welche Pilze sind essbar, welche sind giftig und wie lassen sich Pilze anderweitig nutzen?

Begleitet wurden wir dabei von Pilzberater Wolfgang Bivour, der uns die Pilzkunde auf sehr zugängliche und verständliche Weise näherbrachte. Mit beeindruckendem Fachwissen und einem guten Gespür für die Bedarfe der Gruppe erklärte er, welche Pilze wir gefunden hatten und anhand welcher Merkmale sie bestimmt werden können. Dabei entstand ein angeregter Austausch darüber, wo die Pilze noch überall wachsen und welche Namen sie in anderen Sprachen tragen.  Erlebnisse und Wissen wurden in der Gruppe geteilt und gemeinsam gestaunt, was es in den Wäldern in unserer Umgebung alles zu entdecken und zu erforschen gibt. So konnten nicht nur bestehende Verbindungen zu bekannten Nachbar:innen vertieft und neue Kontakte geknüpft, sondern auch Zugehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl unserer Besucher:innen gestärkt werden.

Auch bei der Planung und Organisation des Ausfluges im Vorfeld wurden gesellschaftliche Ausschlüsse und Barrieren erleuchtet. Ursprünglich hatten wir einen anderen Wald zu unserem Ausflugsziel bestimmt, dort war jedoch an der Zughaltestelle kein Aufzug vorhanden. Daraus nehmen wir mit, dass eine frühzeitige Prüfung der Zugänglichkeiten immer erforderlich ist. Es ist uns ein großes Anliegen, unsere Ausflüge für alle zugänglich zu gestalten und Teilhabe insbesondere für Menschen zu ermöglichen, die im Alltag häufig mit gesellschaftlichen Ausschlüssen und Barrieren konfrontiert sind.

Auf dem Heimweg im Zug zurück nach Berlin ließen wir die Erlebnisse bei einer heißen Tasse Tee nachwirken. Die Bewegung an der frischen Luft sorgte für Stressabbau und gute Laune und bei vielen in der folgenden Nacht für einen besonders erholsamen Schlaf. Einige Teilnehmende verarbeiteten ihre gesammelten Pilze am Abend zu leckeren Mahlzeiten. Wir waren uns alle einig, wie wohltuend es ist, ab und an dem Trubel der Stadt zu entfliehen und in Gemeinschaft Zeit in der Natur zu verbringen.

Ausflüge wie diesen betrachten wir aus Perspektive der Mobilen Stadtteilarbeit als besonders bedeutsam für die Stärkung des sozialen Zusammenhalts – in den Fokusgruppen und darüber hinaus letztlich für die nachbarschaftlichen Beziehungen im Sozialraum im Allgemeinen.
Außerdem richtet sich Mobile Stadtteilarbeit auch und insbesondere an Menschen, die von sozialer Ausgrenzung betroffen und mit mehrfachen Herausforderungen im Alltag konfrontiert sind. Deshalb möchten wir mit solchen Ausflügen ins Berliner Umland mehr Teilhabe an grüner Naherholung (und auch an Angeboten der Umweltbildung) ermöglichen, und nebenbei die psychische Gesundheit der Nachbar:innen stärken.

Gestärkt durch die Begegnung im Grünen freuen wir uns jetzt schon darauf, den Ausflug im nächsten Jahr zu wiederholen.

 

 

Ein Beitrag von Maria Ketzler