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Vier besondere Fastenbrechen-Abende während Ramadan

10.04.25

„Der Ramadan bedeutet nicht nur zu fasten. Ramadan heißt auch, zusammenzukommen und zu teilen. Wir danken allen, die an diesem besonderen Abend mit uns zusammengekommen sind und diese wunderbaren Speisen geteilt haben.“

Mit diesen Worten haben wir unsere Gäste beim Ramadan-Iftar (islamische Fastenbrechen) im Mehrgenerationenhaus Wassertor begrüßt.

Im März haben wir anlässlich des Ramadans eine besondere Veranstaltungsreihe organisiert. Unter der Trägerschaft von Wassertor e.V. haben unsere Iftar-Abende Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener Herkunft und vielfältiger Lebensgeschichten zusammengebracht. Diese Treffen haben nicht nur das gemeinsame Essen ermöglicht, sondern auch zentrale Ziele der sozialen Arbeit wie gesellschaftliche Teilhabe, kulturelle Vielfalt und gegenseitiges Verständnis gefördert.

Beim Fastenbrechen im Mehrgenerationenhaus Wassertor füllten mehr als 60 Besucher:innen das Nachbarschaftscafé mit Leben. Die lange Tafel war reich gedeckt mit köstlichen, selbst zubereiteten Speisen unserer Nachbar:innen. Schon nach kurzer Zeit durchzogen wunderbare Düfte den Raum. Die Vielfalt der Gerichte – von hausgemachten Börek über traditionelle arabische Süßspeisen und afghanischen Reis bis hin zu deutschen Desserts – spiegelte die kulturelle Buntheit unseres Hauses wider. Hinter jedem Gericht stand eine eigene Geschichte, und die herzliche Atmosphäre des Miteinanders machte den Abend zu etwas ganz Besonderem.

An diesem Abend haben wir nicht nur bekannte Gesichter wiedergesehen, sondern auch neue Gäste kennengelernt. Eine Gruppe junger Menschen aus einer betreuten Jugend-WG in unserer Nachbarschaft hat durch unseren Flyer von der Veranstaltung erfahren und ist spontan zu uns gekommen. Jugendliche aus Syrien, Palästina und Afghanistan haben an unserem Iftar teilgenommen. Am Iftar-Tisch haben wir schöne Gespräche mit ihnen geführt, ihre persönlichen Geschichten gehört und ihre Bedürfnisse besser kennengelernt. Gemeinsam mit den begleitenden Sozialarbeiter:innen haben wir Ideen für mögliche zukünftige Kooperationen entwickelt.

Das Iftar im Mehrgenerationenhaus Wassertor war eines von insgesamt vier Iftar-Veranstaltungen, die wir im Laufe des Ramadans durchgeführt haben. Für die unterschiedlichen Zielgruppen unserer Arbeit wurde der Rahmen entsprechend angepasst – mal offen für Alle oder mal nur per Einladung, sodass sich alle wohlfühlten und sowohl bekannte als auch unbekannte Nachbar:innen begegnen konnten.

In unserem zweiten Standort, der Bona Peiser, haben wir ein weiteres Fastenbrechen organisiert. Dort sind wir mit Nachbar:innen, lokalen Akteur:innen und unseren Besucher:innen ins Gespräch gekommen. Beim Fastenbrechen von „Kreuzberg Kickt“ erlebten die Jugendlichen, die sich über den Sport begegnen, durch das gemeinsame Essen eine neue Form von Gemeinschaft. Nach dem Iftar wurde bis spät in die Nacht gemeinsam gespielt und geplaudert. Diese Begegnungen haben eindrucksvoll unterstrichen, wie wichtig Angebote im Bereich der Jugendarbeit sind.

Unser letztes Iftar haben wir im Kinder- und Familienbereich speziell für Mütter organisiert. Hier haben die Mütter, die sonst sich beim wöchentlichen Mütterfrühstück treffen, gemeinsam mit ihren Kindern einen entspannten Abend verbracht, sich ausgetauscht und gegenseitig gestärkt. Solche Veranstaltungen leisten einen wichtigen Beitrag zur sozialen Teilhabe von Frauen und zur Förderung von Unterstützungsnetzwerken.

Unsere Iftar-Abende haben viel mehr bedeutet als nur gemeinsames Essen nach Sonnenuntergang. Sie haben gezeigt, wie die Soziale Arbeit Brücken bauen, Vertrauen schaffen und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen kann. In einem Umfeld wie Kreuzberg Nord, das von Vielfalt geprägt ist, ist es essentiell, Orte der Begegnung und Anerkennung zu schaffen. An unseren Tafeln haben Gespräche stattgefunden, Geschichten sind geteilt und neue Freundschaften geschlossen worden. Unsichtbare Grenzen sind verschwunden, Vorurteile haben sich abgebaut. Unsere Iftar-Abende sind daher nicht das Ziel, sondern ein Weg – ein Weg hin zu einer offenen, solidarischen und vielfältigen Gesellschaft.

Gestärkt durch die positiven Erfahrungen dieses Jahres, freuen uns sehr darauf, im nächsten Ramadan wieder Iftar-Abende zu organisieren. Denn wir haben gesehen: Mit kleinen Schritten sind große Veränderungen möglich. Jede geteilte Mahlzeit, jedes offene Gespräch und jeder neue Kontakt trägt zu einer starken, lebendigen Gemeinschaft bei.

Wir bedanken uns von Herzen bei allen Besucher:innen, Freiwilligen und Unterstützer:innen, die diese besonderen Begegnungen möglich gemacht haben.

 

Ein Beitrag von Fatih Kanalici