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Wirkungsraum & Sozialdaten

Das Stadtteilzentrum Wassertor liegt im Kreuzberger Quartier Wassertorplatz, der sich auf einem der letzten Plätze in der gesamtstädtischen Entwicklungsskala (gemäß Sozialstrukturatlas) befindet und somit zu den ärmsten Wohnvierteln Berlins gehört.

Hier leben 9.699 Menschen (letzter Stand: 31.12.2023) aus über 60 Nationen. Der Anteil der Bewohner:innen mit Migrationshintergrund liegt bei ca. 72 Prozent, ein Großteil davon türkischen Ursprungs (56 Prozent), 19 Prozent aus anderen EU-Ländern und 8 Prozent arabischen Hintergrundes. Mit etwa 9,2 Prozent liegt der Arbeitslosenanteil im Wassertorplatz deutlich höher als der Berliner Durchschnitt mit etwa 4,9 Prozent. Der Anteil der Bezieher:innen von Transferleistungen wie ALG I, Sozialgeld und Hilfen zum Lebensunterhalt nach SGB VII liegt bei 34,9 Prozent.

Der Wirkungsraum umfasst ebenso das angrenzende Quartier Moritzplatz, das ähnliche Sozialdaten aufweist.

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Handlungsbedarf

Die Vielfalt der Nachbarschaft ist unsere wichtigste Ressource und zugleich die Grundlage für den wachsenden Handlungsbedarf. In unserer täglichen Arbeit erreichen uns zahlreiche Themen, die wir kontinuierlich in unseren Beratungs- und Angebotsplan integrieren. Angesichts der Zuspitzung globaler Krisen sowie spürbarer Preissteigerungen bei Mieten und Lebensmitteln stellen wir insbesondere bei unseren Zielgruppen einen deutlich erhöhten Unterstützungsbedarf fest. Folgende Themen sind dabei zentral:

  • Existenzangst
  • Rechtsextremismus/rassistische Anfeindungen/Polarisierung
  • Angst vor Abschiebung
  • Altersarmut, vor allem bei Frauen
  • Hilflosigkeit
  • Angst vor Wohnungslosigkeit
  • Perspektivlosigkeit bei jungen Menschen
  • Vereinsamung

Durch die anhaltenden Kürzungen im Haushalt fallen nach und nach Unterstützungsangebote für die Menschen weg und Sozialleistungen werden schwerer beziehbar, weshalb unsere Arbeit noch wichtiger geworden ist. Um den Menschen weiterhin Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen und den Themen ausreichend Raum zu geben, legen wir unseren Schwerpunkt gezielt auf Partizipation und Empowerment von mehrfach diskriminierten Menschen.

Die soziale und finanzielle Lage ist bei den meisten Menschen prekär, die hier leben. Wir geben Halt, Orientierung und Optimismus.

Fatih, Mobile Stadtteilarbeit