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Was wir tun

Reduzierung von Armut und Einsamkeit

Laut dem neuesten Sozialbericht Berlin (2025) gilt jeder fünfte Mensch in Berlin als armutsgefährdet. Besonders in unserem Wirkungsraum zeigt sich diese Entwicklung deutlich: Viele Menschen sind auf Transferleistungen angewiesen oder arbeiten in niedrig bezahlten Branchen. Die Folgen sind oft nicht nur materieller Natur, sondern betreffen auch die gesellschaftliche Teilhabe und das persönliche Wohlbefinden.

Mit unserem vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebot setzen wir genau hier an. Unser Ziel ist es, Menschen zu stärken und zu befähigen, ihre wirtschaftliche Situation eigenständig zu verbessern. Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Hilfe, sondern um nachhaltige Veränderungen: mehr Sicherheit im Umgang mit Behörden, bessere Kenntnisse der eigenen Rechte und langfristig stabilere Lebensverhältnisse.

Gleichzeitig wissen wir, dass Armut häufig mit sozialer Isolation einhergeht. Wer wenig Geld zur Verfügung hat, kann oft nicht an gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen. Deshalb schaffen wir an unseren Standorten bewusst kostenfreie und offene Begegnungsangebote. Sie ermöglichen Austausch, stärken Nachbarschaften und verhindern, dass Menschen sich zurückziehen oder ausgeschlossen fühlen. So fördern wir aktiv soziale Teilhabe – unabhängig vom Einkommen.

Beratung

Angesichts der hohen Armutsbetroffenheit in unserem Umfeld ist die tägliche Sozialberatung im Mehrgenerationenhaus Wassertor ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit. Sie richtet sich an die Bewohner:innen des Wassertorkiezes ebenso wie an alle Menschen aus Kreuzberg.

Jede Woche nehmen über 100 Menschen unser Beratungsangebot in Anspruch. Die Anliegen sind vielfältig: Unterstützung bei der Beantragung von Leistungen, Fragen zu Darlehen und Rückzahlungen oder akute Krisen wie drohender Wohnungsverlust. Viele Ratsuchende stehen vor komplexen bürokratischen Anforderungen und fühlen sich unsicher im Umgang mit Ämtern und Formularen – unabhängig von ihrer Muttersprache.

Wir nehmen uns Zeit. Gemeinsam sortieren wir Unterlagen, erklären behördliche Schreiben verständlich, klären offene Fragen und entwickeln konkrete Lösungswege. Dabei geht es nicht nur um einzelne Probleme, sondern darum, Menschen langfristig handlungsfähig zu machen.

Wir bieten täglich Beratung innerhalb unserer Öffnungszeiten an – auf Deutsch, Türkisch und Arabisch:

  • Sozialberatung
  • Rentenberatung
  • Schuldenberatung
  • Familien- und Erziehungsberatung
  • Mieter:innenberatung (durch gesoplan)
  • Rechtsberatung zu Familien- und Sozialrecht (durch ehrenamtliche Anwältin)
  • Beratung für pflegende Angehörige (durch Orançengold)

Ein offenes Ohr

Unsere Einrichtungen sind für viele Menschen eine erste Anlaufstelle – oft auch unabhängig von konkreten Beratungsangeboten. Wir hören zu, nehmen Sorgen ernst und helfen dabei, passende Unterstützung zu finden.

Manchmal reicht ein Gespräch, um Klarheit zu schaffen. In anderen Fällen vermitteln wir gezielt an weiterführende Hilfsangebote oder begleiten den nächsten Schritt. Besonders wichtig ist uns der persönliche Kontakt: Wir bleiben dran, fragen nach und kümmern uns – gerade dann, wenn Menschen von sich aus nicht mehr kommen können.

Durch die Verbindung von Beratung, Begegnung und konkreter Unterstützung schaffen wir einen Ort, der Stabilität gibt und Perspektiven eröffnet. Unser Ansatz: Armut und Einsamkeit nicht isoliert betrachten, sondern gemeinsam angehen – nachhaltig, niedrigschwellig und nah an den Menschen.